Bürgerbus

Der Bürgerbus rollt jetzt durch die Gemeinde

Die ersten Kilometer hat der neue Bürgerbus auf dem Tacho, die ersten Fahrgäste an ihr Ziel gebracht: Unter dem Motto „Ein starkes Stück Nahverkehr“ soll er nun eine Lücke im Netz des Öffentlichen Personennahverkehres (ÖPNV) in der Gemeinde schließen.

Einfach war es nicht, den Bürgerbus auf die Straße zu stellen. Etliche Hürden – insbesondere bürokratische –mussten genommen, Fördergelder beantragt, ein Verein gegründet und nicht zuletzt ehrenamtliche Fahrer gefunden werden: Zwölf sind es jetzt, zwei Frauen und zehn Männer, die den Bus regelmäßig lenken. Hinzu kommen noch Bürgermeister Stephan Rotering, Oliver Drave von der Volksbank und Tobias Laaß von der Sparkasse Bergkamen-Bönen, die gelegentlich ebenfalls hinter dem Steuer sitzen wollen.

„Die meisten von uns sind im Rentenalter“, erzählt Ulrich Gloger, Vorsitzender des Bönener Bürgerbusvereins. Alle bringen Zeit dafür auf, ihren Nachbarn in der Gemeinde ein Stück Eigenständigkeit zu geben und sie am öffentlichen Leben teilhaben zu lassen. Die Fahrgäste können barrierefrei einsteigen, einen Rollator mitnehmen und gegebenenfalls sogar einen Rollstuhl. „Unsere Zielgruppe sind aber nicht nur Senioren“, betont Ulrich Gloger. Das Angebot sei ebenso für junge Menschen gedacht, auch ein Kinderwagen hat Platz im Bus.

Unterwegs zu verschiedenen Einrichtungen im Ort

Insgesamt steuert dieser wie ein normaler Linienbus 33 Haltestellen an zwei Linien an zu festgelegten Zeiten. Die Ostlinie B1 startet im Zentrum und fährt in Richtung Bücherei, Christ-König-Kirche, Alte Mühle und Friedhof an der Lenningser Straße. Zurück in die Gemeindemitte geht es an der Kita Puzzlekiste, dem Café Fritz und dem Rathaus vorbei. Die Westlinie B2 führt vom Zentrum unter anderem zum AWO-Seniorenzentrum, dem DRK-Heim und an die Paul-Weniger-Straße nach Nordbögge bis zur Feuerwache und dem Dietrich-Bonhoeffer-Haus zurück über die Pfarrkirche Sankt Bonifatius ins Zentrum.

Unterwegs ist der Bürgerbus montags bis samstags jeweils von 8.10 bis 12.08 Uhr, sowie dienstag- und donnerstagnachmittags von 14.10 bis 18.08 Uhr. Die Routen und die Fahrzeiten wurden vom Bürgerbusverein in Absprache mit der VKU festgelegt, die dabei das entscheidende Mitspracherecht hatte. Schließlich soll das ehrenamtliche Projekt keine Konkurrenz zum ÖPNV darstellen, sondern eine Ergänzung. Die Fahrer sind aber immerhin 32 Stunden pro Woche unterwegs, auf das Jahr gerechnet werden es 1600 Stunden sein. „Sie werden aber natürlich nicht komplett von uns vereinnahmt. Wir stellen jeden Monat einen Fahrplan auf, jeder Fahrer bestimmt selbst, wie viel er unterwegs sein möchte“, erklärt Ulrich Gloger. Weitere Freiwillige sind im Team übrigens noch willkommen. „Wir suchen durchaus weitere Fahrer, die Vertretungen übernehmen können“, so der Vereinsvorsitzende. Wer Interesse hat, benötigt einen Bürgerbus-Personenbeförderungsschein, muss aber lediglich einen Führerschein, ein Gesundheits- und ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Für seine Aufgaben wird er dann besonders geschult.

Sparkassen- und Volksbankkunden haben freie Fahrt

Auch wenn die Fahrer allesamt unentgeltlich das Steuer in die Hand nehmen, kostet der Betrieb des Bürgerbusses einiges. Für die laufenden Kosten wie Kraftstoff, Wartung und Reparaturen werden zwar die Fahrtgelder verwendet, doch die reichen bei Weitem nicht aus. Das Land, das bereits die Anschaffungskosten des Sprinters übernommen hat, steuert jährlich 7500 Euro als Organisationspauschale dazu, die Gemeinde muss eventuelle Defizite übernehmen.

Ohne die finanzielle Unterstützung der beiden großen Sponsoren, der Sparkasse Bergkamen-Bönen und der Volksbank Bönen, wäre der Busbetrieb aber dennoch nicht möglich. Die Kreditinstitute haben zunächst für fünf Jahre entsprechende Verträge mit dem Verein abgeschlossen. Und ihren Kunden ermöglichen Volksbank und Sparkasse sogar freie Fahrt mit dem Bürgerbus. Wer seine Kontokarte von einem der beiden Geldinstitute dem Fahrer zeigt, muss nicht bezahlen.

Alle anderen Fahrgäste zahlen den üblichen VKU-Tarif: Erwachsene 2,90 Euro, Kinder ab sechs Jahren 1,45 Euro. Umsteiger können den Bürgerbus mit ihrem Westfalentarif-Ticket nutzen, Schüler mit ihrem Flash- sowie Studenten mit ihrem Semester-Ticket.

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